Was Princeton für die Einstein-Forscher ist, dürfte Tulsa bald den Bob-Dylan-Doktoranden sein. Wie der Präsident der Universität von Tulsa, Oklahoma, mitteilt, hat die Bildungsinstitution das rund 6000 Artikel umfassende Archiv des Musikers, Songschreibers und Sonderlings erworben. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang die Summe von 15 bis 20 Millionen Dollar, die die Universität mit Hilfe der George-Kaiser-Stiftung aufbringen konnte. Kaiser, Jahrgang 1943 und Bürger von Tulsa, hat sein Geld im Öl- und Finanzgeschäft gemacht und gehört heute laut Forbes Magazin zu den reichsten US-Amerikanern.

Woher das Geld auch stammt, Dewey Bartlett, der Bürgermeister von Tulsa, freut sich schon mal über die Anschaffung. Die Dylanologie, so nennt er das tatsächlich, sei eine Wachstumsbranche der Sozialwissenschaft und Tulsa werde künftig des Epizentrum der akademischen Auseinandersetzung mit dem Dylan’schen Kosmos sein. Bob Dylan selbst, der sich in der Regel zu gar nichts mehr groß äußert, ließ erklären, er sei glücklich, dass sein Archiv nun dort eine Heimstatt finde, wo auch Woody Guthries Werk gewürdigt werde. Der Folksänger, Dylans Idol der frühen Jahre, wurde 1912 in Oklahoma geboren. Als besondere Ehre betrachte Dylan überdies die räumliche Nähe seiner Sammlung zu den ebenfalls in Tulsa aufbewahrten Artefakten der amerikanischen Ureinwohner.

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