Recife/BrasilienEs gibt wenige Dinge, die den konservativ-prüden Typus so sehr hochschrecken lassen wie selbstbestimmte weibliche Sexualität. Allein das Wort „Vulva“ lässt diesen wie panisch aus einem (feuchten) Traum erwachen. Dass das nicht nur üble feministische Nachrede ist, beweisen aktuelle Reaktionen aus Brasilien. Stein des Anstoßes: eine 33 Meter lange Vulva-Skulptur der Künstlerin Juliana Notari. Knallrot, 16 Meter breit und sechs Meter tief leuchtet diese Vulva aus Harz und Beton nun unübersehbar im grünen Gras in einem Kunstpark im Bundesstaat Pernambuco. Entstanden in elf Monaten mühevoller Handarbeit – noch so eine Sache, mit der Männer des beschriebenen Schlags wahrscheinlich eher wenig anfangen können – hat Notaris Land-Art-Kunstwerk hitzige Diskussionen im südamerikanischen Brasilien ausgelöst.

Notari wiederum sieht ihre Riesenvulva, die sie passend „Diva“ getauft hat, als Monument für Geschlechtergerechtigkeit und erklärte auf Facebook, dass das Kunstwerk eine Vulva sowie eine Wunde zeige und so „die Beziehung zwischen Natur und Kultur in unserer phallozentrischen und anthropozentrischen Gesellschaft“ infrage stellen soll.

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