EU-Fans vor den Houses of Parliament. Aber ging es beim Brexit überhaupt um Europa? Vielleicht ging es ja um etwas viel Grundlegenderes und Persönlicheres. 
EU-Fans vor den Houses of Parliament. Aber ging es beim Brexit überhaupt um Europa? Vielleicht ging es ja um etwas viel Grundlegenderes und Persönlicheres. 
Foto: AFP

London - Sophie und Ian haben sich wie so viele andere Paare im Gefolge des Brexit auseinandergelebt. Sie müssen eine Eheberaterin aufsuchen und sich mit der Frage auseinandersetzen, warum sie nach dieser monumentalen politischen Entwicklung so wütend aufeinander sind. Sophie, die gegen den Brexit gestimmt hat, hält nicht viel von Ians gegenteiliger Wahl: „Ich vermute, weil ich dadurch das Gefühl bekommen habe, dass er nicht so offen ist, wie ich gedacht hatte. Dass sein Beziehungsmodell im Grunde genommen auf Gegnerschaft und Konkurrenz beruht, nicht auf Kooperation.“ Ian kontert, dass seine Frau in einer Blase lebe, sich moralisch überlegen fühle gegenüber Menschen, die eine andere Meinung haben als sie. Nachdem sich Sophie und Ian geäußert haben, resümiert die Eheberaterin diesen Austausch so: „Das Interessante an beiden Antworten ist, dass keiner von Ihnen die Politik erwähnt hat. Als wäre es bei dem Referendum gar nicht um Europa gegangen. Vielleicht ging es ja um etwas viel Grundlegenderes und Persönlicheres. Weswegen es möglicherweise ein schwer zu lösendes Problem ist.“

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