Eine Flut von rotem Haar: Die Schauspielerin Brigitte Hobmeier ist eine Erscheinung, nicht nur auf der Bühne.
Thorsten Jochim

Zum Glück kann dieses Gespräch in der Wirklichkeit stattfinden, in den weiten Räumen einer Filmagentur in der Innenstadt von München. Von draußen dringt das Rauschen des Verkehrs durch das offene Fenster. Am Ende eines langen Tischs sitzt Brigitte Hobmeier, hell gekleidet, mit Jackett und Hut. Eine Flut von rotem Haar, durchscheinende Haut, tiefblaue große Augen, ein Mund wie ein Herz: Ihre Erscheinung fasziniert auf der Kinoleinwand ebenso wie im Theater. Für ihr intensives, nuancenreiches und  leidenschaftliches Spiel wurde sie vielfach ausgezeichnet. Nun spielt sie eine Figur, die wie geschaffen scheint für sie: Colina Kandl, facettenreiche Rebellin, durchtrieben, mutig, verzweifelt – und ihrer Zeit weit voraus. Hauptschauplatz ist das Oktoberfest, so wie es vor hundert Jahren war.

Als die ARD-Serie „Oktoberfest 1900“ gedreht wurde, war Corona noch nicht abzusehen. Nun weckt die von Regisseur Hannu Salonen inszenierte Saga über den Kampf zweier Bier-Dynastien und den Streik der Bedienungen Sehnsucht nach einem zweiwöchigen Ausnahmezustand, der in diesem Jahr ausfallen muss. Zugleich erinnert die sechsteilige Serie aber auch an die Kriminalgeschichte des Oktoberfests zu Beginn seiner gnadenlosen Profitorientierung.

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