Britney Spears, 39, steht seit nunmehr 13 Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters. Ein Zustand, den sie, immerhin eine erfolgreiche Sängerin mit umfänglichen Einnahmen, seit geraumer Zeit ändern will und der vor allem den Verdacht erweckte, die Frau werde gegen ihren Willen unmündig gehalten, ja, sei eine Gefangene von James Spears. Nun hat eine Richterin in Los Angeles in dieser Angelegenheit ein wichtiges Urteil gefällt. Demnach darf Britney die Vormundschaft teilen, sodass nicht mehr allein der Vater, sondern zusätzlich ein Finanztreuhänder die Geschäfte führt.

Wohlgemerkt: Es ging aufseiten Britneys nicht um die Aufhebung, sondern nur um die Aufteilung der Vormundschaft. Der Streitgrund ist vor allem ein geschäftlicher: Die Künstlerin wirft ihrem Vater vor, ihr Vermögen schlecht zu verwalten – was dieser allerdings vehement bestreitet. Seine Version der Geschichte: Nachdem die Tochter wegen beruflicher und privater Probleme psychisch zusammengebrochen war und ein Gericht 2008 entschieden hatte, ihm die Vormundschaft zu übertragen, haben sich Britneys Einkommens- und Vermögensverhältnisse enorm verbessert.

Britney Spears hatte bereits im vergangenen Jahr vor Gericht beantragt, den Vater aus der Rolle des Vormunds zu entlassen. Doch im November bestätigte Richterin Brenda Penny am Superior Court des Bezirks Los Angeles die Vormundschaft von James Spears, benannte aber auf Antrag der Musikerin einen Finanztreuhänder als Co-Vormund. In der aktuellen Entscheidung ging es um eine Bestätigung dieses Bescheids, nachdem der Vater Einspruch eingelegt hatte. Kurzum, in dem ganzen Verfahren ging es um eine Neuordnung der Geschäfte von Britney Spears.

Deren Vermögen wird immerhin auf rund 57 Millionen Dollar geschätzt. Es geht also um viel Geld. Das sollten möglicherweise all jene berücksichtigen, die sich seit geraumer Zeit für die Sängerin einsetzen. Zuletzt hatte eine Film-Doku der New York Times über ihr Leben unter der Vormundschaft ihres Vaters heftige Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken entfacht. Stars wie Miley Cyrus, Sarah Jessica Parker oder Komikerin Bette Midler solidarisierten sich mit der Sängerin und griffen dabei mitunter den populären Hashtag #FreeBritney auf.

Foto: AP/Chris Pizzello
Unterstützer von Britney Spears vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles am Donnerstag.