Es ist erfreulich, wie Bruce Springsteen im Alter zu sich kommt. Nach dem gelungenen Easy-Listening-Stadionrock von „Western Stars“ im letzten Jahr, schaut der 71-Jährige mit diesem 20. Studioalbum vital und warm auf die Anfänge seiner Musik in den Siebzigern. Man geht durch das Album wie durch ein Boomer-Museum, wird an allen Ecken und Enden daran erinnert, wie ansteckend Springsteens breitreifiger Sound Mitte des Jahrzehnts den Mythos Amerika gegen die Wirklichkeit USA beschwor und die Romantik der urbanen oder endlosen Straßen, der Verlierer, Halbstarken und Mafiosi des New Hollywood gegen Vietnam, kalten Krieg und Watergate behauptete.

Man kann auf diese Weise auch Frieden mit dem anderen Springsteen schließen, der seit „Born in the USA“ von 1984 nicht mehr hitzig und trötend Sturm und Drang verbreitete, sondern bräsig die Nation anrief, der sich nicht mehr als Erzähler, sondern pompös als Stimme des wahren Amerikas inszenierte.

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