Die Stadt Nogales gibt es zwei Mal. Ein Nogales liegt im Norden Mexikos, das andere im Süden der USA. Getrennt sind die beiden Städte nicht durch eine Mauer, einen Eisernen Vorhang, aber doch durch einen Zaun. In der nordamerikanischen Stadt sind die Durchschnittseinkommen und die Lebenserwartung höher, Korruption und Verbrechen geringer und der Gesundheitszustand der Bevölkerung, die Straßen, Schulen und Verwaltungseinrichtungen besser. Dabei gleichen sich die geografischen Bedingungen, ist die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung sehr ähnlich. Warum also die massiven Unterschiede?

Es ist die große Stärke und zugleich die große Schwäche von „Warum Nationen scheitern“, dass die Antwort so einfach klingt und wahrscheinlich auch ist. Es sind die politischen und ökonomischen Institutionen, in den USA, in Mexiko, auf der ganzen Welt, die über Wohl und Wehe eines Landes entscheiden. „Warum Nationen scheitern“ ist das neueste große Buch aus der akademischen Welterklärerliga, und seine Autoren, der türkischstämmige Wirtschaftsprofessor Daron Acemoglu vom Technologischen Institut Massachusetts und der amerikanische Politologe James A. Robinson von der Harvard Universität, sind dabei, Superstars ihrer Zunft zu werden. Acemoglu erhielt 2005 die John Bates Clarke Medal, den Preis für herausragende Ökonomen unter 40. Mit dem Gewinn der Medaille geht erfahrungsgemäß die Anwartschaft auf den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften einher.

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