Mit dem richtigen Buch ist man nie in der falschen Wirklichkeit.
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BerlinDie guten Nachrichten schicken seit Dienstagabend die Berliner Buchhandlungen herum. Manche schreiben einfach „Wir sind für Sie da!“, andere zitieren, als könnten sie es selbst kaum glauben, Paragraf 3a Absatz 2 der SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung des Landes Berlin, der dem Zeitungsverkauf und Buchhandel gestattet, offen zu bleiben. 

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Lesen und Hörbuchhören schützen vor der durch das Virus ausgelösten Ödnis. Unbeschulte Kinder können beschäftigt, unbesuchte Großeltern unterhalten werden. Gedichte wie Prosa erweitern den Horizont, in den man derzeit nicht fliegen oder kreuzfahren kann. Sicher ist jetzt auch nicht jede Buchhändlerin, jeder Buchhändler bereit, sich mit den Kunden gemeinsam über einzelne Bücher zu beugen. Doch so ein Rundgang durch die Regale ist ungemein inspirierend.  

Bücher müssen nicht beim Konzern bestellt werden

Wer dies noch zu nah findet, kann den Lesestoff telefonisch oder online ordern. Viele Berliner Buchhandlungen wie Anagramm oder Uslar & Rai haben eigene Websites, viele liefern das Bestellte in der Nachbarschaft persönlich aus. Der Internetauftritt Geniallokal.de bietet eine Buchhandlungssuche an – von Belle-Et-Triste im Wedding bis Zenit in Mitte, wo sich das auf der Seite erstöberte Buch abholen lässt. Postversand ist ebenfalls möglich. Es muss nicht bei dem Konzern bestellt werden, der hierzulande keine Steuern zahlt.

Wer nicht jedes Buch auch besitzen muss, kann die Bibliotheken nutzen, auch wenn sie geschlossen sind. Das geht allerdings nur, wenn man online lesen möchte. Über voebb.de ist die Onleihe erreichbar. Mit der Möglichkeit zum Buchladenbesuch profitieren Berliner Leser vom Föderalismus, in Brandenburg bleiben auch diese Läden wegen der Ansteckungsgefahr geschlossen. Wenn es noch eines amtlichen Beweises bedurft hätte, Berlin hat ihn erbracht: Bücher sind Lebensmittel. Und Zeitungen sowieso.