Berlin - Am Vorabend der Amtseinführung von Joe Biden und Kamala Harris sprechen deutsche und amerikanische Schriftsteller über ihre Erwartungen an den Machtwechsel. Mit dabei ist die Autorin Tanja Dückers, die Romane wie „Hausers Zimmer“ und „Himmelskörper“ veröffentlicht hat und zuletzt das poetische Erinnerungsbuch „Mein altes West-Berlin“. Gegenwärtig, heißt es, schreiben Sie an einem Buch über die USA. Unsere Frage der Woche lautet: Wie geht es einer Schriftstellerin, die sich mit den USA befasst, in diesen Tagen des Auf und Ab?

Tanja Dückers: Ich empfinde die Situation als beunruhigend. Überrascht bin ich jedoch nicht. Als ich im Jahr 2016 den Wahlkampf in Ohio verfolgte (ich lehrte am Oberlin College), hatten viele Leute einen unglaublichen Hass auf Hillary Clinton. Pizzagate-Theorien, nach denen die Clintons Kinder schänden und opfern, waren in Ohio gang und gäbe, die Lokalzeitungen voll davon. Wenn man über Land fuhr, sah man nur Trump-Pence-Schilder. Einen Tag nach dem Wahlsieg Trumps zogen seine Anhänger stolz mit Konföderierten-Flagge durch das Collegeviertel und belästigten asiatisch aussehende Studierende.

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