Die italienischen Momente, die in den Nachkriegsjahren zur seelischen Grundausstattung zu gehören schienen, musste Caterina Valente nicht eigens künstlich erzeugen. Die 1931 in Paris geborene Sängerin war ein Zirkuskind italienischer Herkunft, der Vater Akkordeonspieler, die Mutter eine der wenigen weiblichen Clowns ihrer Zeit. Die ersten Musikaufnahmen machte Caterina Valente mit 17 in Kopenhagen, dem französischen Chansonnier Gilbert Bécaud war sie bereits begegnet, als dieser noch vorsichtig das Feld seiner musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten ertastete.

Caterina Valente hatte indes keine Berührungsängste. Sie sang Jazz und war eine der Ersten, die den Bossa Nova nach Europa brachten. Ihre zahlreichen Ortswechsel in jungen Jahren eröffneten ihr das Abbiegen in viele Richtungen, doch die Begegnung mit dem deutschen Jazzmusiker und Bigband-Leader Kurt Edelhagen band sie schließlich dauerhaft an das hiesige Unterhaltungsmilieu, weil über eine ernsthaft betriebene Jazzkarriere in Deutschland ein Lebensunterhalt kaum zu bestreiten war. Caterina Valente erging es nicht anders als ihren männlichen Kollegen wie etwa Paul Kuhn, Bill Ramsey oder Roy Black, die ebenfalls als ambitionierte Jazzer begonnen hatten.

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