Céline Dion gibt  sich ganz unsentimental: „Rose ist entweder tot oder erfroren.“
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Los AngelesSich mit einem tieftottraurigen Ende abzufinden, ist nicht leicht. Eigentlich eine Zumutung: Seit geraumer Zeit beschweren sich die Fans des 90er-Jahre-Filmepos „Titanic“ darüber, dass nach dem spektakulären Untergang des Schiffes die Hauptfigur Jack Dawson, gespielt von Leonardo DiCaprio, nicht überleben darf. Dabei hätte Jack doch, lautet die Argumentation, auf einer im Wasser treibenden Tür, auf der seine Geliebte Rose (Kate Winslet) bereits einen rettenden Platz gefunden hat, auch noch gepasst.

Zu der dringlichen Angelegenheit hat sich nach dem Regisseur James Cameron und der Hauptdarstellerin Winslet nun auch die Sängerin Céline Dion in einer Late-Night-Show geäußert. Die Kanadierin hat zu der Kenter-Schmonzette den Song „My Heart Will Go On“ beigetragen. Entertainer Jimmy Fallon zeigte Dion in seiner „Tonight“-Show ein Foto der berühmten Szene und fragte sie, ob Rose nicht Jacks Leben hätte retten können, wenn sie ein bisschen zur Seite gerutscht wäre. Die nüchterne Antwort: „Wenn du dir das Bild genau anschaust, siehst du, dass Rose entweder tot oder erfroren ist.“ Jedenfalls sei sie nicht mehr bei Sinnen.

Klarstellung: Céline Dion in der Late-Night-Show von Jimmy Fallon

Video: Youtube

Dion stellte damit klar, dass es hier keine einfachen Lösungen gibt. Einfach zu sagen, es sei auf der Tür ausreichend Platz für alle gewesen und Jack und Rose hätten gemeinsam alt werden können – so einfach ist es dann doch nicht. Vollkommen zurecht bemerkte Dion zur Hauptfigur Jack, dass dieser keine Extra-Einladung gebraucht habe nach dem Motto: „Come on Baby, mach's dir bequem! Spring drauf!“ Vielmehr sei es so gewesen, dass Jack vom kalten Ozeanwasser so durchgefroren war, dass er nicht mehr die Kraft besaß, auf die Tür zu springen. Kurzum, Jack war totgeweiht.

Nun ist Dion nicht die erste, die sich in die Debatte einschaltet. Regisseur James Cameron sagte 2017 der Zeitschrift „Vanity Fair“ zur Tür-Kontroverse: „Hätte er gelebt, wäre das Ende des Films bedeutungslos gewesen.“ Vor allem aber, so ließe sich ergänzen, hätte das Publikum nicht im tränenreichen Herzschmerz schwelgen können. Auch stellt sich die dramaturgisch delikate Frage, ob man wirklich genau wissen und sehen möchte, wie Rose und Jack gemeinsam alt werden. Was zieht mehr Publikum: Herzschmerz oder Freudentränen?

Dröger Ehealltag von Rose und Jack

Kate Winslet hat dagegen für ein Happy End plädiert. In der Late-Show von Stephen Colbert sagte sie 2017: „Er (Jack) hätte sich einfach mehr Mühe geben sollen, auf die Tür zu kommen.“ Winslet und Colbert spielten die Szene daraufhin nach und zeigten: Es wäre genug Platz gewesen! Mit der sich anschließenden Frage, ob ein möglicherweise dröger Ehealltag von Rose und Jack nicht starkes Argument gegen Jacks Überleben ist, wollten die beiden sich indes nicht beschäftigen. Eine Tür zu vermessen, ist das eine – ein physikalisches Datum. Ehealltag ist aber das andere.

Leonardo DiCaprio hält sich aus dieser Kontroverse heraus. Dieses Jahr wurde er in einem Interview des Senders MTV von seinen Schauspielerkollegen Brad Pitt und Margot Robbie nach der Tür und dem möglichen Überleben von Jack gefragt. Anders als Cameron, Winslet und Dion sagte DiCaprio nur: „Kein Kommentar“.