Berlin - Das sächsische Chemnitz soll Deutschland 2025 als Kulturhauptstadt vertreten. Das empfahl die Auswahljury am frühen Mittwochnachmittag in Berlin. Der Juryempfehlung muss allerdings erst noch formal von Bund und Ländern zugestimmt werden. Chemnitz setzte sich als vermeintlicher Underdog gegen Städte wie Nürnberg oder Hannover durch. Es ist eine Entscheidung, die viele überraschen dürfte.

Dabei reformierte die Stadt zwischen Leipzig und Dresden sich historisch wie kaum eine andere immer wieder selbst. Noch bis ins 19. Jahrhundert war Chemnitz vor allem als bedeutendes Textilzentrum bekannt. „Sachsens Manchester“ nannten nicht nur Einheimische die Stadt damals. Zu Ostzeiten sollte Chemnitz sich dann zu einer sozialistischen Musterstadt entwickeln – die Arbeiterklasse lebte in modernen Neubauten. Häuser aus der Gründerzeit verfielen Stück für Stück. Nach der Wende dann schlossen die Fabriken. Chemnitz drohte, ähnlich wie damals Leipzig und Dresden, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

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