Greendale - Sabrina Spellman (gespielt von Kiernan Shipka) mag ihr Leben. Sie liebt es, mit ihren Tanten Hilda (Lucy Davis) und Zelda (Miranda Otto) beim Frühstück über Zauberei zu tratschen und ihren Kater Salem zu streicheln. Vor allem aber genießt sie die gemeinsame Zeit mit ihrem sterblichen Freund Harvey (Ross Lynch). Dass sie das alles eines Tages aufgeben soll, da sie in den Zirkel der Hexen einsteigt, will sie nicht wahrhaben. Sie ist sich sicher, dass es noch einen anderen Weg geben muss.

Bis hierhin müssten die meisten die Geschichte der Hexe Sabrina Spellman kennen. Von 1996 bis 2003 war sie bereits unter dem Titel „Sabrina – total verhext!“ im Fernsehen zu sehen und verursachte einen weltweiten Hype. Es folgten Kinofilme sowie Cameo-Auftritte von Melissa Joan Hart, die jahrelang die blonde Junghexe verkörperte.

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Melissa Joan Hart spielte sieben Jahre lang die Hexe Sabrina Spellman.

Als der amerikanische Drehbuchautor und Produzent Roberto Aguirre-Sacasa im Jahr 2018 ein Remake der Serie auf den Markt brachte, war die Begeisterung dementsprechend groß. Anders als bei der Fernsehproduktion stützt sich das Format bei Netflix jedoch nicht auf den Comic „Sabrina the Teenage Witch“ von 1971, sondern auf die 2014 erschienenen Werke „Chilling Adventures of Sabrina“, wie letztlich auch die neue Serie heißt. Das hat zur Folge, dass nicht das Teenagerleben von Sabrina im Fokus steht – stattdessen hat Aguirre-Sacasa eine Horror-Produktion geschaffen, in der die Hexe als Feministin gegen das Patriarchat der Unterwelt kämpft.

Eine Verschmelzung mit der Netflix-Serie „Riverdale“ war geplant

Drei Staffeln lang ging das äußerst gut. Aguirre-Sacasa verwob gesellschaftliche Debatten zu Sexismus, Kirche und Transsexualität, der Cast wurde diverser. Neben dem allwissenden Kater Salem hat Sabrina nun auch einen Cousin, der ihr vor schaurig-schönen Horrorkulissen beiseitesteht.

In den weiteren Staffeln plante Aguirre-Sacasa eine Verschmelzung mit seiner erfolgreichen Netflix-Serie „Riverdale“, die ebenfalls auf Comics basiert. Doch dann gab Netflix im Sommer 2020 bekannt, dass „Chilling Adventures of Sabrina“ mit der vierten Staffel enden soll. An Silvester 2020 liefen die letzten Folgen an.

Bisher gibt es von Netflix keine offizielle Begründung zum Serien-Aus. Bekannt ist, dass wie beim linearen Fernsehen immer auch Quoten eine Rolle spielen. Was keine Zuschauer und damit kein Geld bringt, fliegt raus. 

Im Falle von „Chilling Adventures of Sabrina“ ist das jedoch fatal. Die Serie ist zeitgemäßer und gesellschaftskritischer, als es „Sabrina – total verhext!“ je war, wobei gerade junge Menschen von der feministischen Kämpferin viel lernen können. Mit dem Horror-Zusatz ist sie außerdem ein Format, das nicht nur für Teenager geeignet ist. Man kann nur hoffen, dass sich der Serienmacher ein Beispiel an seiner Hexe nimmt und einen anderen Weg zum Weitermachen findet.