BerlinAlles ist ziemlich elaboriert, die mal folkloristische, dann wieder extravagante Verkleidung der eigenen gedoppelten Gestalt, auch das Ambiente – Landschaften mit dramatischen Wolkenhimmeln, verwunschenen Mauern, romantischen Brücken, Gärten, Bergmassiven, Baumalleen. Die berühmte New Yorker Fotokünstlerin Cindy Sherman taucht mit ihrer neuen Inszenierung in der Berliner Galerie Sprüth Magers tief ein ins Gender-Thema.

Wer bin ich und welche Rolle spiele ich? Das scheint die Selbstdarstellerin zu fragen, die auf den raffiniert montierten Paar-Fotos sowohl den echten weiblichen als auch den inszenierten männlichen Part gibt. Für ein Gartenbild, Cindy Sherman nennt es nur verrätselt „Untitled #609“, fotografierte sie sich sozusagen „totalvergendert“: Gleiche Perücke, gleiche Schminke, gleicher Bartschatten für die beiden Figuren, deutlich erkennbar mit dem schmalen, feinen, nun um etliche Jahre gealterten Cindy-Sherman-Gesicht.  Unterscheidbar ist das irritierende „Doppel“ nur durch den Hut und die Kleidung, Handtasche und Ohrringe der (des?) rechten „Cindy“.

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