Die Lichtspielhäuser stehen mehr denn je vor großen Umbrüchen. Die technischen Veränderungen durch die Digitalisierung haben starke Konkurrenzmedien hervorgebracht, die das Kino als erstes und bisher kulturell wichtigstes Auswertungsfenster von Filmen zunehmend randständig machen. Hinzu kommt ein verändertes Freizeit- und mediales Nutzungsverhalten vor allem der jungen Generation. Die will schnell und komfortabel mit Informationen versorgt werden, sich vernetzen und mitbestimmen. Dafür sind die Vertriebsstrukturen, die das Kino seit Jahrzehnten bestimmen, zu schwerfällig. Hinzu kommt, dass auch die Programme in den Kinos von vielen als zu monoton empfunden werden. Von dem weltweit riesigen Filmangebot bleibt nur ein vereinheitlichter, von Verleihern und Kinobetreibern ausgewählter Extrakt übrig. Damit musste der Kinogänger bisher leben.

Doch die Branche, die sich jahrelang vor allem mit Finanzierungsfragen und den Problemen der Digitalisierung beschäftigt hat, entdeckt nun Potenziale und fängt langsam an kreativ zu werden. „Der aktive Zuschauer“ heißt das neue Paradigma, und das Geschäftsmodell nennt sich „Cinema on Demand“. Dieses Konzept geht nicht mehr davon aus, dass es ein Publikum gibt, das nimmt, was es bekommt. Man rechnet vielmehr damit, dass die Filmvorlieben sehr vielfältig sind und dass weit mehr Menschen in die Lichtspieltheater gehen würden, wenn sie dort das fänden, was sie suchen: Filme, die sie wirklich sehen wollen, die sie vielleicht sogar selbst entdeckt haben, und Menschen, die einen ähnlichen Geschmack haben.

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