Circus Halligalli: Joko und Klaas ehren „U-Bahn-Ficker“ für asoziales Engagement

Berlin - Es gehört schon eine ordentliche Portion Masochismus dazu, zur besten Sendezeit dem skandalhechelnden Fernsehpublikum deutscher Privatsender von seinem Sexabenteuer in einem U-Bahnhof zu berichten. Erst recht, wenn es sich um die Sendung zweier Comedy-Moderatoren handelt, die kürzlich eine Persiflage auf exakt dieses Sexabenteuer filmten.

Die Rede ist von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, die in der Sendung „Circus Halligalli“ am Montagabend ein Interview mit einem Punk aus Berlin ausstrahlten. Anfang September wurde auf der Videoplattform liveleak.com ein Clip veröffentlicht, der ihn beim Sex mit einer Frau mitten auf dem U-Bahnhof Schönleinstraße zeigt. Joko und Klaas hatten daraufhin ein Musikvideo gedreht, das die fiktive Geschichte vom "U-Bahn-Ficker" erzählt. Es avancierte zum Youtube-Renner und zog unter dem Hashtag #UBahnficker in die Twitter-Trends ein.

Am Montagabend war es dann soweit: „Der U-Bahn-Ficker bricht sein Schweigen“, warb die selbsternannte „wichtigste Sendung, die der Journalismus jemals hervorgebracht hat“ im Vorhinein. Das tat der Mann mit der knallgrünen Punker-Matte dann auch – und machte dem „Goldenen Umberto für asoziales Engagement“, den er im Anschluss von Klaas übergeben bekam, alle Ehre.

Mögliche weitere Orte

„Herr U-Bahn-Ficker, was schoss Ihnen durch den Kopf dort im U-Bahnhof?“, fragte Moderator Heufer-Umlauf in feinster Polittalk-Manier. „Ne Flasche Korn und 12 Bier“, rülpste der Punk zurück. „Wollten Sie denn ein politisches Statement setzen?“ – „Nö, ich hatte nur Bock zu vögeln.“ Ein Humor, für den man auch hätte zu Sport 1 schalten können, um sich „Die Ludolfs – vier Brüder auf dem Schrottplatz“ anzusehen.

Ein wenig Selbstironie bewies der etwas benebelt dreinblickende junge Mann dann doch noch, als er das Brandenburger Tor und den Fernsehturm am Alexanderplatz als mögliche weitere Orte nannte, die man okkupieren könnte. Im Anschluss dankte er seiner Partnerin aus jener Nacht an der Schönleinstraße, „ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Außerdem möchte ich ganz Deutschland danken, dass es an mich geglaubt hat“, so der Punk.

Na dann, wir gratulieren ganz herzlich zum Goldenen Umberto! Und falls Sie, lieber Herr U-Bahn-Ficker, sich doch in der Zukunft einmal für diesen Fernsehauftritt schämen sollten: Keine Bange, es geht schlimmer. Denn während Sie am Montagabend über den Bildschirm flimmerten, war parallel der Hashtag einer anderen Sendung bei Twitter zum Trend geworden; einer Sendung, die ihren Kandidaten eine noch größere masochistische Ader abverlangt: #bauersuchtfrau.