Der Cirque du Soleil ist für seine atemberaubende Akrobatik bekannt.
Foto: Cirque du Soleil

BerlinMit Spannung erwartete Berlins Show-Szene die Verkündung – und nun ist die Katze aus dem Sack: Die Produzenten der neuen Show des berühmten Cirque du Soleil, die 2020 ins Theater am Potsdamer Platz ziehen soll, stellten jetzt das Konzept vor. In „nysa“ geht es um ein Mädchen, das die Welt verändert. 

Es hört sich ganz nach der Geschichte von Greta Thunberg an, Anführerin der „Fridays for Future“-Bewegung. Und tatsächlich bestätigt Daniel Ross, der künstlerische Leiter der bekannten Zirkus-Company, den Verdacht. „Allerdings tauchte Greta erst auf, als wir schon angefangen hatten, die Geschichte zu schreiben“, sagt er.

„Für uns war das aber ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die richtige Botschaft haben: Die Zukunft der Welt liegt in den Händen der jungen Menschen.“ Die Show, die am 28. Oktober im Theater am Potsdamer Platz Premiere feiern wird, heißt „nysa“. Hauptfigur ist eine furchtlose junge Frau, die sich nach Abenteuern sehnt und über den eigenen Horizont hinausschauen muss, getrieben vom Wunsch der Jugend nach einer besseren Zukunft.

Entertainment auf Weltniveau

So weit, so künstlerisch. Zum Leben erweckt wird die Geschichte von Artisten und Akrobaten auf Weltniveau. „Ganz hoch angesiedelt“ sieht Marek Lieberberg, Chef des Veranstalters Live Nation, die Qualität in allen Bereichen. „Wir sind sehr zuversichtlich über diese großartige Partnerschaft und glauben daran, dass wir eine neue Attraktion nach Berlin bringen“, sagt er. Er schätze den Berliner Markt als sehr gut ein, für Live Nation sei die Hauptstadt immer wichtig gewesen.

Karl L. Wambach von der Firma Brookfield Properties, die das Gebäude betreut, sieht sogar eine Chance für ein neues Entertainment-Viertel. „Der Potsdamer Platz hat im Entertainment-Bereich eine lange Tradition“, sagt er. Man wolle den Platz wieder als Unterhaltungszentrum etablieren, dabei sei der Cirque einer der Eckpfeiler.

Nebenher läuft hier seit 15 Jahren die Show der „Blue Man Group“, im Januar feiert „Magic Mike Live“ Premiere. Ganz begeistert hatte sich nach der ersten Ankündigung der Theater-Übernahme auch Berlins Tourismus-Beauftragte gezeigt – denn eine Show, die weltweit einzigartig ist, könne auch neues Publikum in die Hauptstadt ziehen. „Der Cirque du Soleil ist eine der bekanntesten Zirkus-Gruppen, wobei es mit Zirkus eigentlich nicht mehr viel zu tun hat – das ist Unterhaltung auf höchstem Niveau“, sagte der Tourismus-Beauftragte Christian Tänzler.

Bis zu 190 Euro pro Ticket

„Es ist großartig, dass sie den Standort Berlin für eine Bespielung ausgewählt haben.“ Wie viel der neue XXL-Zirkus kostet, wie lange er bleibt? Das wird noch nicht verraten. Die Rede ist von Millionen, einem „mehrjährigen Engagement“ und der Tatsache, dass Berlin die erste „europäische Residenz“ des kanadischen Unternehmens wird. Gut für Berlin:

Mit dem Cirque du Soleil zieht Leben im stiefmütterlich behandelten Potsdamer-Platz-Theater ein, das zuletzt der Unterhaltungskonzern Stage Entertainment betrieb. Seit 2017 für das Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ der letzte Vorhang fiel, wird das Haus nur noch für Gastspiele genutzt.

Vertreter des Cirque du Soleil loben gerade das Gebäude. „Für uns ist es wunderbar, hier zu sein“, sagt Finn Taylor, Senior Vice President der Crew. „Es ist ein tolles Theater an einem tollen Standort. Uns bedeutet es viel, den Berlinern hoffentlich auch.“ Das wird sich zeigen – auch nach einem Blick auf die Preise. Tickets kosten an einem Sonnabend zwischen 57 und 120 Euro. Wer „VIP“ bucht, zahlt noch mehr: 190 Euro.