Recht und Gesetz kümmern ihn nicht oder jedenfalls nur insoweit, als sich beide gern mal von ihm in die eigene Hand nehmen lassen. Kriminelle aller Art fürchten ihn, aber auch von der Polizei wird er unerbittlich verfolgt. Mit den Opfern seiner privaten Rachefeldzüge pflegt er oft kurzen Prozess zu machen – wie es generell nicht Gerechtigkeit oder sonst irgendein hehres gesellschaftserhaltendes Ziel ist, das ihn zur Jagd von Verbrechern antreibt, sondern die nackte Lust an der Vergeltung. Selbige beherrscht ihn, seit er als Kind die Ermordung seiner Eltern mitansehen musste. Seither ist Bruce Wayne alias Batman rachebesessen, skrupellos, misanthrop und nihilistisch; man könnte sagen: Unter allen Superhelden, die das Goldene Zeitalter des Genres in den späten 30er- und frühen 40er-Jahren hervorgebracht hat, ist er mit Abstand der Unsympathischste und Übellaunigste.

Er sieht dabei aber auch am besten aus! Sein knackeng-muskulaturbetonender Bodysuit und die flotte Fledermausmaske verbindet zeitlose Fitnessbudenästhetik mit einem gewissen sadomasochistischen Twist; und während sein etwas älterer Kollege Superman sich von seiner festen Partnerin Lois Lane mit Beziehungsgesprächen quälen lässt, treibt Batman lieber unverbindliche Unzucht mit knackigen Knaben (Robin).

Am heutigen Mittwoch feiern die amerikanischen Freunde von Fledermäusen, Unzucht und Vergeltungsfeldzügen beim „Batman Day“ den 75. Geburtstag ihres Helden. Was insofern nicht ganz den historischen Tatsachen entspricht, als die erste „The-Bat-Man“-Geschichte schon im Mai 1939 in der „Detective-Comics“-Serie erschien und der „Batman Day“ nur deswegen auf den 23. Juli gelegt wurde, weil an diesem Tag die megalomane San Diego Comic Convention beginnt. Doch egal, denn was entspricht im Comic schon den historischen Tatsachen? Darum auch von hier aus: Gratulation!