Halle - Das Versprechen, das im Namen seines Hausverlages lag, sollte sich für Hannes Hegen vollauf erfüllen: Neues Leben. Und das begann für den in Böhmisch-Kamnitz geborenen Grafiker im März des Jahres 1955 in Ostberlin.

Hegen, der eigentlich Johann Nepomuk Hegenbarth hieß, ist 29 Jahre alt, als er auf den Verlagsdirektor Bruno Peterson trifft. Ihm legt der junge Mann, der in Wien und Leipzig Grafik und Buchkunst studiert hatte, seine Illustrationen vor. Kein Termin wie jeder andere. Gerade hatte Peterson vom Zentralrat der FDJ den Auftrag erhalten, ein Konzept für eine eigenständige Comic-Reihe zu entwickeln. Die westdeutschen Füchse „Fix und Foxi“ will man fix und fertig machen auf friedlichste Art und Weise.

Von „Comics“ darf zwischen Hegen und Peterson selbstverständlich nicht die Rede sein. Solche werden im Westen gedruckt und im Osten als „Schmutz und Schund“ verhöhnt. Nicht nur im SED-Blatt „Neues Deutschland“. Auch der Kinderbuchautor Benno Pludra zeigt sich „bestürzt von der Rohheit und schurkischen Dummheit“, die ihm von Westen her „aus jeder bunten Bilderseite entgegenschlug“. Es geht auch anders, soll der Osten zeigen: niveauvoller, klüger, pädagogisch wertvoll. Man will sich dem Kampf um die deutschen Kinderzimmer stellen. Noch steht die Mauer nicht.

Drei Knollennasen in Schwarz, Rot, Gold

Am 23. Dezember 1955 erscheint das erste von Hannes Hegen gestaltete „Mosaik“ an den DDR-Kiosken: 32 Seiten Umfang, koloriert, Startauflage 100 000. Drei knollennasige Hauptfiguren, drei Haarschöpfe: schwarz, rot, gold. Drei Nasen für Deutschland und eine bessere, auf jeden Fall freundlichere Welt.
Der Schwarze heißt Dig, er ist der Kleinste und gilt als der Erfinder im Trio. Dag, der Mittlere, ist ein leicht schrulliger, aber verlässlicher Charakter. Digedag, der Rotschopf, ist der Längste und Draufgängerischste von allen. Der erste Satz des ersten Heftes lautet: „Na, die haben die Rechnung aber ohne uns gemacht!“ Hier waren die Steuereintreiber des Sultans gemeint.

Wieviel Geld Sammler für das das Heft Nummer 1 bezahlen und warum Hegen 1975 die Zusammenarbeit mit dem Verlag kündigte, lesen Sie auf der nächsten Seite.