Der Fall liegt klar: Die besten Berlin-Comics kommen zurzeit nicht aus Berlin, ja, noch toller, sie sind nicht einmal ins Deutsche übersetzt. Da schlendert man am Samstag vollkommen entspannt in diese Veranstaltung mit dem großen Komma, fragt sich in einem Anflug von innerer Vorbereitung vielleicht noch, ob dieses auch Beistrich genannten Zeichen, mit dem gemeinhin Sätze strukturiert und vor allem rhythmisiert werden, ob dieses Satzzeichen eventuell aufgrund seiner ubiquitären Verwendung in so ziemlich allen Sprachen, na ja, in so einigermaßen vielen Sprachen dem Internationalen Literaturfestival als Logo dienen darf, wobei seine hier offenbar wesentliche semantische Indifferenz zugleich mit einer den Horizont aller Literatur eröffnenden Sinndimension einherginge ...

Okay, machen wir es uns nicht unnötig schwer. Also, noch einmal: Am Samstag lud das Literaturfestival ins Haus der Berliner Festspiele, und zwar zum, Neudeutsch, Graphic Novel Day. Und siehe da, sofort waren einige schöne Entdeckungen zu machen. Die belgische Zeichnerin Fabienne Loodts stellte ihren Comic „Le livre des nuage“ vor, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Chloe Aridjis (die 2009 Gast des Literaturfestivals war). In melancholisch schweren, eingedüsterten Bildern erzählt Loodts die Geschichte der in Berlin lebenden Tatiana. Bereits als 14-Jährige hatte die Mexikanerin die Hauptstadt besucht, im Rahmen einer Sightseeing-Tour mit ihrer Familie. Nun ist sie zurückgekommen und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben – bis sie den Historiker Dr. Weiss kennenlernt.

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