Man muss noch nicht gleich am zivilisatorischen Fortschritt zweifeln, wenn man festhält, dass manche Krankheiten auch heute nicht ausgerottet sind. Der Weltschmerz beispielsweise erfreut sich auch gut zwei Jahrhunderte, nachdem ihn Alfred de Musset in seinem Roman „Bekenntnisse eines jungen Zeitgenossen“ zum Übel seiner Epoche erklärte, bester Gesundheit – auch wenn er nicht mehr ganz das ist, was er einmal war. Kühn ernannte sich der französische Schriftsteller zum Sprachrohr seiner Generation, die geboren wurde, als die Welt dank der napoleonischen Kriege in Trümmern lag. Die Verzweiflung erhob er in seinem Buch (dessen Originaltitel „Confessions d’un enfant du siécle“ weit unbescheidener klingt) zur einzigen Religion dieser Generation, den Spott zu ihrer alleinigen Leidenschaft. Mit ihm erschrieb er sich den Ruf, der Herold der Romantik zu sein.

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