Schauspielerin Corinna Harfouch wird neue «Tatort»-Kommissarin in Berlin.
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Berlin - Falls diese Nominierung hält, was sie verspricht, steht dem Berliner „Tatort“ ein Systemwechsel bevor. Die leicht verpeilte und  stets übernächtigte Nina Rubin (Meret Becker) wird ab 2022 von einer  Kommissarin abgelöst, deren Besetzung einiges Aufsehen erregt: Corinna Harfouch. Es ist anzunehmen, dass mit  der 65-jährigen Theaterschauspielerin etwas mehr Strenge und Struktur ins Berliner Revier einziehen werden. Auf  Robert Karow (Mark Waschke) jedenfalls dürften härtere Zeiten zukommen. Falls die neue Kollegin  hält, was die Personalie Harfouch verspricht, kommt er mit seiner Aufgeblasenheit nicht weit. 

Schon sind wir auf die schönste Weise dabei, Figur und Darstellung zu überblenden. Genauso wenig, wie Mark Waschke ein arroganter Schnösel ist, ist Corinna Harfouch natürlich die kontrollierte und oft unnahbare Person, die sie in vielen ihrer Filme spielte, zuletzt in Jan-Ole Gersters „Lara“. Beim Filmfestival in Karlowy Vary erhielt sie für die Rolle den Schauspielpreis. Dreißig Jahre, nachdem sie dort schon einmal ausgezeichnet wurde, was auf eine Kontinuität hinweist, wie sie in diesem  volatilen Berufsfeld selten ist. Mit Fernsehkrimis hat Corinna Harfouch durchaus Erfahrung. Vor Jahren war sie als Kommissarin „Eva Blond“ in Berlin unterwegs. Damals legte sie ihre Ermittlerin als witzige Schnelldenkerin an. Kann sie auch. Unterkühlt oder überdreht, das ist die Frage. Vielleicht fällt ihr für den „Tatort“ auch ganz was anderes ein.