Im Werbefernsehen des Vorabendprogramms wirken sie wie Ladenhüter – die Produktinformationen für Nasensprays, Halstabletten und Grippedragees. „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie …“ Vermutlich waren die Sendeplätze gebucht, lange bevor die Corona-Pandemie die Sensibilität für Infektionskrankheiten für immer verändert hat. Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit erscheinen hier als verhältnismäßig leichte Störungen des Wohlbefindens, die man unter Verwendung entsprechender Mittel einfach abschalten kann – zumindest im Verlauf eines Arbeitstages: Krankheit als lästige Begleiterscheinung. Eine Ausnahme stellt dabei die Werbung für Meditonsin dar, in der mit ironischen Mitteln die Ankündigung eines Niesreizes eine soziale Katastrophe nach sich zu ziehen droht. Dann lieber vorbeugen. Tatsächlich hört man, dass Apotheken und Drogerien unter Umsatzeinbrüchen leiden, weil derzeit nur wenige an leichten Infektionen erkranken, gegen die man sich mit pharmazeutischen Mitteln wappnen kann.

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