„Così ce l’ho sempre con me – So habe ich ihn immer bei mir“, lautet der Kommentar, mit dem der Italiener Andrea Colonnetta ein Instagram-Foto versehen hat, das er vor ein paar Tagen postete. Es zeigt ihn mit einem QR-Code, der auf der Innenseite seines Oberarms eintätowiert ist. Es ist der Code der Stunde, das Zeichen der Zeit. Nicht nur, weil es einem Zugang zu Restaurants, Kinos und anderen kulturellen Einrichtungen verschafft, ohne das man kein Flugzeug mehr besteigen und in viele Länder nicht mehr einreisen kann, es sei denn, man kann irgendwelche Ersatzdokumente vorlegen. Für manchen ist das, was diese QR-Code repräsentiert, vielleicht auch eine Beruhigung. Colonnettas Tattoo besagt, dass er gegen Corona geimpft ist.

Andrea Colonnetta aus Reggio Calabria ganz im Süden Italiens ist 22, und wahrscheinlich hatte er einfach eine originelle Idee. Dass der Code funktioniert, behauptete Colonnetta in einem Interview mit dem Corriere della Calabria: Er müsse nur noch seinen Arm heben, wenn er in ein Lokal wolle. Ist so viel Akkuratesse, wie sie ein Zeichen erfordert, das elektronisch lesbar sein muss, wirklich herstellbar? Wenn ja, dann nur für die kurze Zeit im Leben, in der die Haut die erforderliche Straffheit gewährt oder sich das, worüber sie sich spannt, nicht verformt.

Colonnetta hat das Motiv wohl intuitiv gewählt, hat das ornamentale Potenzial dieses Informationen speichernden Musters  erkannt, das in unserem Leben allgegenwärtig ist. Aber da steckt noch mehr drin: In vielen Ländern Asiens etwa wird Tattoos eine magische Schutzfunktion zugeschrieben. Der QR-Code auf der Haut des Geimpften nimmt diesen Gedanken auf. Man kann Colonnettas Tattoo auch als gesellschaftlichen Kommentar verstehen, als Hinweis auf die Unabdingbarkeit dieses Zeichens, ob man diese nun kritisch sieht oder nicht. Ohne kommen wir nicht mehr durchs Leben, vielleicht für alle Zeit. Dann können wir auch eins mit ihm werden.