Ein Mann setzt vor dem Rathaus Gütersloh seine Maske auf.
Foto: dpa/Jonas Güttler

BerlinJa, tatsächlich. Es gab einmal eine Zeit ohne Smartphones. Die Schriftstellerin Judith Hermann hat sich kürzlich in einem Band über das Berlin der Wendezeit an die für das West-Berlin der 80er-Jahre typischen Papierrollen erinnert, die man sich vor die Wohnungstür hängte, damit Freunde und Bekannte, die vergeblich vorbeigekommen waren, Nachrichten hinterlassen konnten. Hey, hallo, bin dagewesen. Aber das Offene, Provisorische, manchmal auch Illegale und Freie löste sich irgendwann auf. Die Papierrollen verschwanden, und als der Schriftsteller Ingo Schulze sich einmal darüber beklagte, dass die DDR, wie er sie kannte, plötzlich verschwunden sei, bemerkt Judith Hermann, die 1970 in Neukölln geboren wurde und dort aufgewachsen ist: „Mein Westberlin ist auch von der Landkarte gelöscht worden, auch das gab es nicht mehr.“

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