Querdenker am Brandenburger Tor
Foto: Eric Richard

Berlin - Die Rednerin auf der Seite der Verschwörungsgläubigen, die es nicht nötig haben, das Infektionsschutzgesetz zu befolgen, blickt hinter die Absperrung. Sie ruft einer Polizistin zu, dass es sie in dieser Funktion nach der Machtübernahme nicht mehr brauchen würde, weil Frauen dann wieder ausschließlich Kinder zur Welt bringen und großziehen könnten. Ein Mann im Publikum erzählt, er habe den Krebs besiegt ohne Schulmedizin, mithilfe der Selbstheilungskräfte. Ein anderer erinnert an die Blütezeit des Deutschen Kolonialismus und spricht: Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen!

Die Ideologie, die alle verqueren Demonstrierenden eint, so verschieden sie auch sind, ob sie es wissen oder nicht, heißt Malthusianismus. Corona Leugner sind Neo-Malthusianer. Thomas Robert Malthus, Pfarrer und erster Professor der Nationalökonomie um 1800, dachte Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelproduktion in Korrelation. Malthus ging von einer Bevölkerungsfalle aus, nicht selten auch Malthusianische Katastrophe genannt. Demnach gibt es einfach zu viele Menschen, demnach ist nicht genug für alle da.

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