Die insgesamt neun Landesrundfunkanstalten der ARD werden, wenn es nicht anders gehen sollte, ihre Angebote bündeln.
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BerlinOb Fernsehen oder Hörfunk - noch musten die Sender der ARD ihr Programmangebot wegen des Coronavirus' nicht reduzieren. Doch die Intendanten des Senderverbundes denken schon jetzt darüber nach, was geschieht, sollte wegen des Virus' im großen Stil Mitarbeiter in Redaktion und Produktion ausfallen. Am Dienstag schalteten sich die Senderchefs deshalb zu einer Videokonferenz zusammen. 

Das wichtigste Ergebnis der Besprechung: Die insgesamt neun Landesrundfunkanstalten der ARD werden, wenn es nicht anders gehen sollte, ihre Angebote bündeln. Konkret heißt dies, dass die dritten Programme der Sender ihre Berichte zur Corona-Krise untereinander austauschen können. Dies gilt auch für die ARD-Hörfunkwellen. Die Zusammenschaltung einzelner Radiostationen ist allerdings nicht geplant. Ebenso wenig gibt es Pläne für einen Programmaustausch mit dem ZDF, den der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow während einer Video-Pressekonferenz aber auch nicht ausschließen wollte.

Sendung mit Florian Silbereisen konnte nicht produziert werden

Was das reguläre Programm angeht, sieht ARD-Programmdirektor Volker Herres bei journalistischen Formaten noch die geringsten Probleme. Anders sei es bei Unterhaltungssendungen, die bisher mit Publikum aufgezeichnet wurden. In Zeiten von Corona geht das nicht mehr. Deshalb konnte bereits eine fest eingeplante Sendung mit Florian Silbereisen nicht produziert werden. Stattdessen lief eine Produktion aus der Konserve.

Schwierigkeiten könnte es laut Herres mittel- bis langfristig auch mit der Ausstrahlung fiktionaler Programme geben. Noch habe die ARD ausreichend Filme und Serien auf Lager. Doch schon jetzt zeichne sich ab, dass dies nicht so bleiben wird. Wegen des Coronavirus müssten Dreharbeiten unter-, wenn nicht gar abgebrochen werden. Allein bei der ARD-Filmtochter Degeto seien davon 20 Produktionen betroffen. Mehr Wiederholungen als bisher wollte Herres deshalb nicht ausschließen.

Herres und Buhrow betonten, dass sich die ARD mit den betroffenen Produzenten solidarisch zeigen wolle. Man werde keine Produktionen stornieren, die wegen des Coronavirus' unterbrochen werden müssen. Bei Filmen und Serien, die nicht fertiggestellt werden könnten, sei die ARD bereit, bis zu 50 Prozent der bereits entstanden Kosten zu übernehmen. Zunächst sei jedoch der Staat in der Pflicht, um den Produzenten zu helfen. 

Die Berichterstattung zur Corona-Krise will die ARD weiter intensivieren. Das "ARD extra" zu aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus nach der "Tagesschau" um 20.15 Uhr wird bis auf Weiteres  regelmäßig laufen. Sämtliche Formate seiner Landesrundfunkanstalten zur Krise will der Senderverbund auf ARD.de bündeln.