Wie so oft liegen Ernst und Lächerlichkeit nah beieinander. In einer der zentralen Installationen des CTM-Festivals standen sich zwei durch Stachedraht getrennte, mit Lautsprecher-Batterien aufgerüstete Maschinen gegenüber: Ein kastenförmiger weißer Panzer und die titelgebende „Mantis“, Gottesanbeterin, eine Art Bagger, dessen Lautsprecherschaufel sich vier Meter hoch in die Eventhalle des Berghain aufrichten ließ. Zu Bildern von allen möglichen Mauern und Mauerbauern dröhnten aus den Boxen schwere Subbässe, über denen ständig sich verdichtende Breakbeats zuckten.

Installiert hat sie Nik Nowak, ein deutscher Klangkünstler und Experte für „sonic warfare“, der für die Aufführung mit dem einschlägig promovierten Chef des Hyperdub-Labels Kode 9 zusammengearbeitet hat. Der lautstarke Kampf der Maschinen erinnerte daran, dass Geräusche nicht richtungs- noch interesselos sind und sich sogar – wie einst an der Berliner Mauer – als Mittel der Kriegsführung benutzen lassen. Auch wenn die Maschinen schon auch ein bisschen seifenkistig wirkten, auch wenn die Bildebene von Moritz Stumm ein bisschen plakativ verlief, so schuf die Installation doch einen überaus unterhaltsamen Sog, umso mehr, je machtvoller einem die Beats um die Ohren flogen.

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