Ohne Mediengewitter hat sich am Mittwoch in Hamburg eine konkurrierende Verwertungsgesellschaft zum umstrittenen Monopolisten Gema gegründet. Sie nennt sich Cultural Commons Collecting Society, kurz C3S, bezeichnet sich selbst als faire Alternative zur Gema und galt lange als undenkbar.

Die Künstler-Initiative unterscheidet sich in allem von der Gema, insbesondere darin, dass sie sowohl die kommerzielle Verwertung von Werken vertritt, aber auch jenseits der bisherigen Praxis die nichtkommerzielle Weitergabe von Stücken ermöglicht. Das soll besonders unbekannten Künstler die Möglichkeit geben, ihre Musik legal teilen und kopieren zu lassen. Dadurch könnte sie Bekanntheit erreichen, die stärkste aller Währungen, wie der Mitbegründer der Initiative Wolfgang Senges im Vorfeld erklärte. Zur Finanzierung brachten 1400 Investoren bislang 90.000 Euro in einer Crowdfunding-Aktion ein. Werden auf diese Weise 200.000 Euro zusammenkommen, gibt Nordrhein-Westfalen dieselbe Summe an Fördermitteln dazu. Damit hätte C3S eine Basis und könnte eine ernsthafte Alternative werden. (bw.)