Was Väter ihren Söhnen geben sollen, wird seit allen Zeiten diskutiert. Derzeit stehen Liebe und Anerkennung ganz oben auf der Liste. Was sie von ihren Söhnen zurückerwarten, wenn sie einmal groß sind, ist hingegen Top Secret. In Holger Haases Mehrgenerationenfilm soll der Sohn dem Vater etwas geben, nämlich ein Kuvert, und auch dessen Inhalt ist streng geheim. Der seltsame Botengang, von der Mutter initiiert, fällt dem Sohn doppelt schwer, weil es mit der Liebe und Anerkennung väterlicherseits nie weit her war. Florian David Fitz spielt dieses Leiden vorzüglich. So gern man Henry Hübchen sonst sieht, hofft man doch inständig, er sei einfach nicht da. Er ist aber doch da, und aus den veranschlagten fünf Minuten wird ein ganzer Film.

Denn ein Henry Hübchen kann nicht einfach nur wie üblich herummeckern und einen Brief entgegennehmen, er muss dabei in den Pool fallen und sich den Fuß verrenken, was Sohnemanns Pflege erfordert. Wir sind insgesamt bei reichen Leuten: Vater Carl, Egoist und Menschenfeind, war ein hoher Gewerkschafter; Sohn Conrad, sanft von Gemüt, ist darüber zum Yuppie geworden. Längst hat er eine eigene Villa, auch mit Pool, aber nicht so verschmuddelt wie Papas in den 1970ern sicher todschicker Funktionärsbungalow. Momentan ist das Haus in besonders schlechtem Zustand, zwischen leeren Bierdosen und Pizzakartons fristet Carl seine Tage – die Ehefrau hat ihn verlassen. Früher hat sie immer aufgeräumt, jetzt ist sie weg.

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