Friederike Mayröcker
Foto: imago images/SKATA

Seit Jahrzehnten ebbt er nicht ab, dieser Strom aus Farben, Melodien, Licht und Worten. Er kennt kein Halten, keine Müdigkeit. Was er mitführt, ist zu kostbar, um es zurückzulassen: die nie endende Liebe zum Dasein. Dass man ihr trotz aller Energie und Bestrebungen natürlicherweise abhanden kommen wird, bringt die mittlerweile 95-jährige Friederike Mayröcker, Wegbereiterin der Wiener Avantgarde und Grande Dame der deutschsprachigen Dichtung, in ihrem neusten Buch „da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete“ unmissverständlich zum Ausdruck. Schon in ihren letzten Prosa-Diarien, die sich wie das vorliegende aus poetischen Tageseindrücken zusammensetzen, vernimmt man den elegischen Ton des Abschiednehmens von der Welt. Nunmehr hat der Vergänglichkeitsblues eine kaum mehr zu steigernde existenzielle Intensität angenommen. Bezogen auf das Jahr 2018 ist die Rede vom „vielleicht letzte[n] Sommer, Fäulnis letzten Endes, Fäulnis“.

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