Wesentliche Teile der weltweiten Öffentlichkeit sind nach dem Pussygate des Wochenendes zu der Ansicht gelangt, dass Donald Trump doof ist und die Präsidentschaftswahlen  bestimmt verliert. Es gibt aber auch Menschen, die gerade in dieser Situation umso lieber zu ihm halten. Zum Beispiel: schwule New Yorker Hipster aus der Welt der Kunst! 

Sie eröffneten am Sonnabend in einer Galerie in Manhattan eine Ausstellung mit dem Titel „#DaddyWillSaveUs“. Organisiert wurde sie von dem Start-up-Unternehmer und Künstler Lucian Wintrich; selbiger hatte bereits im Sommer mit seiner Fotoserie „Twinks4Trump“ für Aufsehen gesorgt, zu Deutsch etwa: unbehaarte homosexuelle Knaben für Trump. Bekleidet waren die unbehaarten Knaben in dieser Serie nur mit Schirmmützen, auf denen „Make America Great Again“ stand.

Die „Twinks4Trump“-Serie bildete auch das  ästhetische Zentrum von „#DaddyWillSaveUs“. Ergänzend hatte Wintrich sich prominente Freizeitkünstler in die Ausstellung geladen, etwa Gavin McInnes, den Mitbegründer des auch unter Berliner Hipstern gleichbleibend beliebten Magazins Vice.

Sagenhaftester Superschurke des Universums

Oder Milo Yiannopoulos, einen blondierten britischen Dandy mit Wohnsitz in New York, den man sich wie eine etwas zeitgemäßere Mischung aus Geert Wilders und Christian Kracht vorstellen kann; er selbst nennt sich „den sagenhaftesten Superschurken des Universums“ und trägt T-Shirts mit dem Aufdruck „Dangerous Faggot“; besondere Aufmerksamkeit erlangte er mit einer Vortragsreihe zum Thema „Feminism is Cancer“ und dadurch, dass sein Twitter-Account nach einer Flut von Trump-würdigen Pöbeleien gegen die Hauptdarstellerinnen der neuen „Ghostbusters“-Verfilmung geschlossen wurde.

Und als Krönung der heiteren Runde: der Hedgefonds-Manager Martin Shkreli, der  nach der feindlichen Übernahme einer Pharmafirma unlängst den Preis für ein überlebenswichtiges Aids-Medikament von 13,50 auf 750 Dollar pro Tablette erhöhte.

Die Hommage an den von allen Beteiligten durchweg „Daddy“ genannten Bewerber – Yiannopoulos bezeichnet sich selbst als „trumpsexual“ – sollte zunächst im Boiler stattfinden,  einer Filiale der Pierogi Art Gallery in Williamsburg. Wenige Tage vor der Show dämmerte jedoch in dem Pierogi-Galeristen Joe Amrhein die Erkenntnis, dass „#DaddyWillSaveUs“ weder eine queere Camp-Show noch sonst wie ironisch gemeint war, sondern im Gegenteil eine hundertprozentig ernsthafte Angelegenheit darstellte.

Eine Wanne voll Schweineblut

Deswegen setzte er Wintrich und seine Künstlerfreunde vor die Tür, wodurch diese ein weiteres Mal die Gelegenheit erhielten, sich als Opfer der Political Correctness zu fühlen. Stattdessen zogen sie in eine weniger bekannte Galerie nach Manhattan, wo am Sonnabend nun haufenweise haarlose Knaben mit Trumpmützen an der Wand hingen und Milo Yiannopoulos in einer Wanne voll Schweineblut badete. Wenn Donald Trump am 8. November doch noch gewinnt, sollte er ernsthaft über die Einrichtung eines eigenständigen Kulturministeriums nachdenken.