BerlinSo kann es nicht weitergehen, das sagt mir der Blick in unseren Hinterhof. Eine Woche lang ist der Plastikmüll nicht abgeholt worden, die beiden gelben Container quellen über, wegen mangelnden Fassungsvermögens ist auch der Boden schon mit dieser Art von Müll übersät. Auf meinem Balkon warten zwei Plastiktüten mit leeren Shampooflaschen, Sahnebechern und Milchkartons darauf, dass wieder Platz ist. Kein schöner Anblick, aber darum geht es hier jetzt nicht.

Die überlaufenden Container brachten mich zum Rechnen. In unserem Vorder- und Hinterhaus gibt es ungefähr 40 Wohnungen. Sagen wir, in jeder leben durchschnittlich drei Menschen, dann ist das der Müll, den 120 Menschen innerhalb von zwei Wochen anhäufen. Irre, dass das erlaubt ist! Und wir sind ja nicht die Einzigen. In Berlin leben fast vier, in Deutschland mehr als 83 Millionen Menschen. Aber das ist nur einer der Gründe, warum mich der Anblick der Container mit Verzweiflung erfüllt und mit dem Vorsatz, weniger in Plastik Verpacktes zu kaufen – nicht leicht, wie man weiß.

Der Müll, der sich jetzt zeigt, weil er weit über den Containerrand quillt, fällt ja jede Woche an. Doch wenn er unter dem Deckel bleibt und pünktlich abtransportiert wird, gelingt ihm kaum der Sprung in mein Problembewusstsein. Dass sich der Mensch gerade hinsichtlich des Klimas als sehr bequem und vor allem als Großmeister im Verdrängen erwiesen hat, ist zwar bekannt, aber das macht es nicht weniger beunruhigend.

Gut, dass es Menschen gibt, denen es dank eines feineren Sensoriums nicht gelingt, einfach immer weiter so zu machen. Ein paar von ihnen engagieren sich im Dannenröder Forst, wo die Bäume einer Autobahn weichen sollen. Die Rodung hat nun begonnen, und sie ist genauso legal wie der Plastikmüll. Aber so kann es doch nicht weitergehen. Dank an die, die einen darauf aufmerksam machen.