Als „verdammt prächtig“ hat ein britischer Kritiker das neue Album der Fleet Foxes – eigentlich ist es auf „Shore“ nur der Fuchs-Kopf Robin Pecknold – bezeichnet, sodass man ihm so manche Prätention verzeihe. In der Tat geht diese Musik, gehen einem diese intrikat geschichteten Harmonien runter wie Öl, ist dieses vierte Fleet-Foxes-Album hell und warm und weich wie noch keines zuvor, hüllt es ein wie eine Kaschmirdecke, tröstet es sogar in dieser Zeit – solange man nicht zu genau auf die bisweilen etwas wattigen und wie ein Fragment wirkenden Texte hört und versucht, sie zu enträtseln.

Die Filmemacherin Kersti Jan Werdal hat in einem die Veröffentlichung begleitenden Video die Landschaften des amerikanischen Nordwestens eingefangen. Und Tontechnikerin Beatriz Artola soll Pecknold entscheidend geholfen haben, die Dinge musikalisch zusammenzuhalten. Das Bläserquartett The Westerlies prägt einige der Songs mit Munterkeit. Die Sängerin Uwade Akhere, die mit Pecknold an der Uni war, eröffnet das Album im Song „Wading in Waist-High Water“. Aber sonst hat der Tüftler das meiste allein eingespielt, übereinandergelegt, sodass er etwa mit sich selbst im Duett singt. Auf dem Notizblock steht auch mal das Stichwort „Engelsgesang“, denn man könnte sich keinen rauen, gar krächzenden oder röhrenden Pecknold vorstellen.

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