Berlin - Journalisten haben mitunter Probleme, für Fehlleistungen Abbitte zu leisten. Das liegt daran, dass sie ihr Tagwerk vor den Augen der Öffentlichkeit verrichten. Müssen sie sich für einen Fehler entschuldigen, tun sie das nicht nur gegenüber dem Betroffenen, sondern gegenüber der kompletten Leserschaft. Das verkraftet nicht jedes Ego.

Es scheint folglich bemerkenswert zu sein, dass die beiden Chefredakteure der Süddeutschen Zeitung (SZ), Judith Wittwer und Wolfgang Krach, sich für einen Artikel ihres Musikkritikers Helmut Mauró, den man als antisemitische Polemik gegen den jüdischen Pianisten Igor Levit verstehen kann, bei dem Künstler und ihren Lesern entschuldigt haben. Mauró hatte in seinem Stück im Zusammenhang mit Levit von einer „Opferanspruchsideologie“ geschwafelt. Er warf die Frage auf, ob der Kampf des Musikers gegen Rechtsextremismus „nur ein lustiges Hobby sei“. Und er machte sich über dessen Tweet nach dem gewaltsamen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Hamburg lustig. In ihm hatte Levit geschrieben, wie müde er sei.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.