Am 13. Oktober gab es Proteste für den Erhalt der „Friedensstatue“ in Berlin-Mitte.
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BerlinAm 7. Oktober hieß es noch in diversen Presseberichten wie in der Tageszeitung taz, dass das Auswärtige Amt bei Berliner Behörden interveniert haben könnte, um die Beseitigung eines koreanischen Denkmals in Berlin-Mitte durchzusetzen. Heute wies ein Sprecher des Auswärtigen Amtes darauf hin, dass dies nicht korrekt sei. „Das Auswärtige Amt hat den zuständigen Berliner Behörden zu keinem Zeitpunkt Empfehlungen gemacht, wie man dort mit der Statue umgehen soll“, sagte ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amts der Berliner Zeitung. Auch die Berliner Zeitung hatte in der Ausgabe vom 13. Oktober angedeutet, das Auswärtige Amt könnte bei dem Denkmalstreit eine Rolle spielen.

Die genauen Hintergründe für die anfängliche Räumungsentscheidung des Bezirksbürgermeisters in Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), sind damit bis zur Stunde ungeklärt. Der RBB meldete, dass die Senatskanzlei mit der japanischen Botschaft in Kontakt gestanden und sich mit dem Bezirksamt in Mitte beraten hätte. Daraufhin sei die Entscheidung gefallen, die Friedensstatue zu räumen. Stephan von Dassel schrieb noch am 8. Oktober: „Mit der ‚Friedensstatue‘ und ihrer Texttafel wird ein politisch-historisch belasteter und komplexer Konflikt zwischen zwei Staaten aufgegriffen, der sich nicht für die Aufarbeitung in Deutschland eignet.“ Eine Anfrage der Berliner Zeitung vom 14. Oktober ließ Dassel unbeantwortet.

Am Dienstag kam es allerdings zu Protesten gegen die Räumung. Außerdem hatte der Korea-Verband e.V., der die Aufstellung des Denkmals erst beantragt, dann vom Bezirksamt genehmigt bekommen und zum Schluss auch organisiert hatte, einen Eilantrag auf Rechtsschutz beim Berliner Verwaltungsgericht gestellt. Dienstagabend verkündete Stephan von Dassel, seine Entscheidung über die Räumung des Denkmals bis zum Urteil des Gerichts abwarten zu wollen.  

Die Friedensstatue gemahnt an die über 200.000 Mädchen und Frauen aus 14 Ländern, die vom japanischen Militär während des Asien-Pazifik-Kriegs, der zwischen 1931 und 1945 tobte, als sogenannte „Trostfrauen“ sexuell versklavt wurden. Darunter waren besonders viele Koreanerinnen.