Channing Tatum (Mitte) posiert mit den Tänzern der Show. 
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Berlin-Premiere von „Magic Mike Live“: Channing Tatum & Steven Soderbergh hatten am Donnerstagabend eine seltsame Verabredung. Der Filmstar und der berühmte Regisseur wollten sich inmitten von aufgeheizten, kreischenden Frauen eine Show mit spärlich bekleidet tanzenden Männern anschauen. „Magic Mike Live“ ist die Show, die auf dem Film „Magic Mike“ beruht, der zum Teil auf Erlebnissen von Channing Tatum basiert. Der hatte nämlich wirklich mit 20 in Florida als Stripper gearbeitet. Die Produktion des Films kostete 7 Millionen Dollar, einspielen konnte er mehr als 160 Millionen.

Soderbergh führte Regie und übernahm (unter anderen Namen) auch Schnitt und Kamera. So ein Erfolg verbindet, Soderbergh ist also auch an den Liveshows finanziell beteiligt, was seine Reise zur Berlin-Premiere im Club Theater Berlin erklärt. Das ehemalige Adagio unter dem Theater am Potsdamer Platz wurde für die neue Spielstätte komplett entkernt und richtig schick gemacht.

Viele prominente Gäste

Zur Premiere angekündigt hatten sich Gayle Tufts (die die Show als Beraterin an den deutschen Geschmack angepasst hat), die ehemalige Boxweltmeisterin Regina Halmich, die Sängerinnen Jasmin Wagner, Mandy Capristo und Sarah Lombardi, Unternehmerin Cynthia Barcomi, Model Fiona Erdmann, Comedy-Pate Thomas Hermanns, Influencerin Cathy Hummels, die neue Berlinale-Chefin fürs Kaufmännische Mariette Rissenbeek, Tanzlehrer Detlef Soost, Comedian Chris Tall, die Schauspielerin Natalia Wörner.


Eine Klasse für sich: der Designer Wolfgang Joop.
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Wolfgang Joop muss sich schon lange nicht mehr in die Riege der Designer-Kollegen einreihen und nach denselben Regeln spielen, wie die. Das konnte man sehr schon am späten Mittwochabend sehen. Da war ins Kraftwerk Berlin zu einer Show von Joops neuem Label „Looks by Wolfgang Joop“ geladen. Bevor die losgehen konnte, ließ Joop aber erst einmal Sitzreihen am Catwalk entfernen und stattdessen eine Bühne aufbauen. Wie alle einfach Models über den Laufsteg schicken?

Fashion-Show, Keine Mädels-Show

Seine Entwürfe verlangten nach einer anderen Inszenierung! Bei der mit großem Aufwand Zeichnungen und Bilder von Joop als Laufband auf den Laufsteg projiziert wurden und die Models würdevollen Schrittes über die Bühne schlichen. Bei der Auswahl der Models war ihm etwas wichtig: „Wir machen hier keine Mädels-Show, sondern eine Fashion-Show. Und da sind die Models Gehilfen des Designers!“ Eine ganze Riege von Lizenznehmern hat in den jüngsten Ausbruch der Kreativität des Meisters investiert: „Allein hätte ich diesen Weg nicht gemacht.“


Sie strahlten beid er Premiere sichtlich um die Wette: Alice Brauner und Peter Simonischek.
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Alice Brauner & Peter Simonischek strahlten auf der Premiere von „Crescendo“, wie man als Produzentin und als Hauptdarsteller eben strahlt, wenn man einen neuen Film vorstellt, auf den man stolz ist. Fast vergessen war bei der Premiere im Delphi-Filmpalast Alice Brauners Enttäuschung darüber, dass der Film nicht auf der Vorauswahlliste für den Deutschen Filmpreis steht.

Sie gehört nicht zu den Diplomaten und Leisetretern, von denen es in der Filmbranche so viele gibt: „Was mich wirklich ärgert ist der Umstand, dass ohne die Erwähnung auf der Vorauswahlliste keine hervorragenden Einzelleistungen für Preise nominiert werden könnten. Und das hätten bei diesem Film viele verdient, auch der wunderbare Hauptdarsteller Peter Simonischek.“