In der freien Natur sind Schmetterlinge selten geworden, doch im Freizeitpark Marienfelde kann man ihnen jetzt unmittelbar begegnen. Am Freitag wurde dort das neue Schmetterlingshaus des Vereins „Naturwacht Berlin“ eröffnet. 

Gegenwärtig leben in dem Gebäude zwei Arten, im nächsten Jahr sollen es mehr werden. Ungefähr 1000 Tagpfauenaugen flattern durch verglaste Gebäude, während rund 500 Raupen der Art „Kleiner Fuchs“ ein Brennnessel-Beet bevölkern. Sie brauchen noch ein paar Wochen, bis sie sich verpuppen und anschließend als Falter schlüpfen. Jetzt müssen die Raupen viel fressen. Sie mögen Brennnesseln.

Deshalb rät Jens Esser, Vorsitzender des Insektenkunde-Vereins Orion, dass Gartenbesitzer das vermeintliche Unkraut im Garten stehen lassen sollten, denn nur so könnten sich die Tiere vermehren. Von Pflanzen wie dem Schmetterlingsflieder ernähren sich nur ausgewachsene Falter.

Population soll wachsen

Naturwacht-Ranger Björn Lindner hofft, dass Gartenbesitzer „mehr Mut zur Wildnis“ haben, das sei eine Chance, die Population wieder wachsen zu lassen. Sie habe vor allem durch den landwirtschaftlichen Einsatz von Herbiziden gelitten, die Wildkräuter vernichten. Das Ergebnis: Die Raupen finden kein Futter mehr. Rund 110 Tagfalter- und mehr als 800 Nachtfalterarten leben in Berlin und Brandenburg. Kuriose Namen gehören dazu: Moosgrüner Eulenspinner, Weißfleckwidderchen, Brombeerzipfelfalter.

Das Schmetterlingshaus wurde mit Hilfe von Sponsoren und Senatsmitteln errichtet. Montags können Kita-Gruppen kommen, dienstags bis freitags Klassen und Gruppen nach Anmeldung, sonnabends (10–18 Uhr) und sonntags (12–16 Uhr) ist jeder willkommen. Eintritt frei, Spenden sind erwünscht. Der Freizeitpark Marienfelde ist 40 Hektar groß und liegt an der südlichen Stadtgrenze.

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Naturschutzstation Marienfelde,Diedersdorfer Weg 3-5, Telefon 75 77 47 66.
Mail: buero@naturwachtberlin.de