Taylor Swift, 30, ist eine der erfolgreichsten Sängerinnen auf dem Planeten und kann es sich deshalb auch leisten, nicht nur Plattenlabes und Musikmanagern das viele Geld streitig zu machen, das sie mit ihren Songs einspielt. Erinnert sei nur an Swifts Auseinandersetzung mit dem Tech-Giganten Apple: Der wollte 2015 mit seinem neuen Streamingdienst Apple Music die Künstlerin in den ersten drei kostenlosen Probemonaten des Abonnements entsprechend der Nichteinnahmen nicht bezahlen. Swift schrieb daraufhin einen offenen Brief und beschwerte sich – und Apple lenkte wenige Stunden später ein.

Diese Episode mag deutlich machen, über welche Marktmacht Taylor Swift verfügt. Das zeigt sich jetzt auch in ihrem neuesten Streit. Nach ihrem gescheiterten Versuch, die Rechte an ihren früheren Alben und Masterbändern zurückzugewinnen, hat die Künstlerin damit begonnen, ihre alten Songs wieder neu aufzunehmen. Das teilt sie uns jetzt per Twitter mit: Die Arbeit an dem alten Material sei „aufregend und schöpferisch erfüllend“, so Swift, die sich bei ihren Fans für die Unterstützung bedankt – und damit implizit zu weiterer Unterstützung aufruft – und  „viele Überraschungen“ in Aussicht stellt. Nachfrage wecken!

In ihrem Tweet kritisierte Swift erneut den Musikmanager Scooter Braun, dem sie unfaire Praktiken vorwirft. Eine Holding Brauns hatte 2019 Swifts früheres Plattenlabel Big Machine – und damit auch die Rechte an Swifts Alben – für mehr als 300 Millionen Dollar erworben. Jetzt sei ihre Musik von der Investorengruppe Shamrock Holdings aufgekauft worden, so Swift, ein zweiter Verkauf ohne ihr Wissen, beklagt die Künstlerin. Auch diese Episode, in welchen Dimensionen Swift, die Musikgroßunternehmerin, unterwegs ist: 300 Millionen Dollar, Investorengruppe …

Swift hatte zwischen 2006 und 2017 ihre ersten sechs Studioalben bei Big Machine herausgebracht, bevor sie zu Universal Music wechselte. Die zehnfache Grammy-Gewinnerin veröffentlichte 2019 mit „Lover“ ihr siebtes Studioalbum, gefolgt von „Folklore“ im Juli.

Barack Obama, 59, hat einen mehr oder wenigen zeitgemäßen, manche würden wohl auch sagen: klassisch-gediegenen Musikgeschmack. So lud der frühere, gern auch zu Gesangseinlagen aufgelegte US-Präsident immer wieder berühmte Künstler in das Weiße Haus ein. Nun hat er eine Liste von Liedern zusammengestellt, die er mit seiner Amtszeit zwischen 2009 und 2017 verbindet. „Musik hat immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt – und das war vor allem während meiner Präsidentschaft der Fall“, schreibt Obama jetzt auf Twitter. Unter den präsidialen Lieblingssongs befindet sich keiner der bereits erwähnten Taylor Swift. Just sayin’.

Wohlan: „Einige unvergessliche Lieder“ für ihn seien etwa „The Weight“ von der Soul-Legende Aretha Franklin oder „Halo“ vom heutigen Pop-Superstar Beyoncé, so Obama in seiner Twitter-Botschaft. Rapper Eminem begleitete ihn der Liste zufolge mit „Lose Yourself“ so wie auch die Beatles mit dem Song „Michelle“ – Letzteres aus naheliegenden Gründen. Von Bruce Springsteen hörte Obama besonders gern „The Rising“, dem offenbar von ihm sehr geschätzten Musiker hatte Obama 2016 am Ende seiner achtjährigen Amtszeit die „Freiheitsmedaille“ umgehängt und gesagt: „Ich bin der Präsident, er ist der Boss.“

Der demokratische Politiker und erste schwarze US-Präsident der USA veröffentlichte am Dienstag seine Memoiren mit dem Titel „A Promised Land“ – in Deutschland kam zeitgleich die Übersetzung „Ein verheißenes Land“ auf den Markt.