Hamburg - Finger fliegen über die Tasten, Fäuste fliegen durch den Ring. Chopins filigranes Klavierstück „Fantaisie-Impromptu“ begleitet den harten Kickbox-Kampf. Die Ouvertüre schafft nicht nur einen effektvollen Kontrast. Der junge Mann, der beim „Mixed Martial Art“ seine Knöchel kaputt kloppt, ist auch derjenige, der immer noch fließend Chopin-Fantasien spielen kann. Doch aus Opposition zu seinem berühmten und gewalttätigen Vater (Peter Lohmeyer), der ihn zum Wunderkind drillen wollte, hatte Tommy (Jonathan Berlin) mit der Musik gebrochen und verdient nun mit seinen Fäusten das Geld für seine Hamburger Wohnung und sein Jura-Studium.

Filme über das schwierige Verhältnis von überehrgeizigen Pianisten zu ihren Kindern sind fast schon ein Sub-Genre. Zuletzt spielten Corinna Harfouch und Tom Schilling in Jan Ole Gersters „Lara“ solch einen Konflikt durch. Dieses ARD-Drama aber verlagert das Thema. Denn Martha (Senta Berger), eine pensionierte, allein lebende Ärztin, kümmert sich um Tommy und seinen kleinen Bruder, weil sie die neuen Nachbarn sind und offenbar Hilfe brauchen. Doch als sie von Tommys Talent erfährt und die Brüder mit einem Klavier beglückt, da zerstört sie die vorsichtige Annäherung: Tommy drischt mit dem Baseballschläger in die Tasten.

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