Mariela Scafati, „Mobilisierung“, im KW Institute for Contemporary Art.
Quelle: Berlin Biennale for Contemporary Art/Silke Briel

Berlin - Gerade startet sie, die 11. Berlin Biennale – trotz Corona. Wer sie alle sehen konnte, seit der ersten Großschau der vor allem jungen und politisch engagierten Weltkunst im Sommer 1998, hat ja so einiges erlebt. Wir rutschten aus einem Fenster der KunstWerke Auguststraße in einer Blechröhre des Bildhauers Höller in den Hof und fühlten uns wie Kinder. Wir schluckten Schlingensiefs „Kettensägenmassaker“, und wir wurden doch nicht Mitglied seiner Anarcho-Partei „Chance 2000“. Wir entdeckten die einstige jüdische Mädchenschule im Scheunenviertel als neuen Kunstraum und ließen uns dabei eine Geschichte von Menschen und Mäusen erzählen. Verstört schauten wir auf die Obdachlosen, die zur 7. Berlin Biennale in der KW-Halle campierten und damit eine provokante soziale Plastik darstellten. Und wir entdeckten die Außereuropäischen Sammlungen in Dahlem als starke Referenz für kritisches Gespür der Kunst fürs Postkoloniale. Nie zuvor aber absolvierten wir den stets markanten Biennale-Parcours vermummt, mit Maske, ausgerüstet mit Desinfektionsspray und Slot-Ticket – so dass immer nur zehn Leute im jeweiligen Ausstellungsraum zugegen sind.

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