Deutschneudorf - Das Auto haben wir unten an der Straße nach Deutschkatharinenberg verlassen und stapfen nun den schmalen Waldweg hinan. Kupferleite, An der Hohle und Höllenweg heißen die Pfade hier im deutsch-tschechischen Grenzgebiet, die hinauf führen zum Weißen Stein mit dem geheimnisvollen Teich und den Bruchsteinen, die vermutlich der alte Abraum eines längst vergessenen Bergwerks sind. Irgendwann, auf einer kleinen Lichtung, bleibt Burkhard List stehen, ein wenig atemlos schaut er sich um. „Hier unter uns“, sagt der 72-Jährige mit tiefer, voller Stimme, „vermuten wir die Stollen, die von der SS vor Kriegsende zu einem Depot für geraubte Kunstschätze ausgebaut wurden. Und dort, da bin ich sicher, lagert auch ein Teil der verschollenen Kunstsammlung des ungarischen Barons Ferenc Hatvany.“

List stammt aus Österreich und hat jahrzehntelang als investigativer Journalist gearbeitet. Er war an der Aufdeckung der sogenannten Noricum-Affäre um illegale Waffenlieferungen des Konzerns VOEST nach Irak und Iran beteiligt, hat über Nazi-Seilschaften im österreichischen Bundesheer und eine CIA-Schule in Panama recherchiert, vom CDU-Spendenskandal und über den NSU in Deutschland berichtet. Nun will er noch sein letztes journalistisches Projekt, an dem er seit mehr als 20 Jahren forscht und über das er Bücher verfasst hat, erfolgreich zu Ende bringen – die Suche nach den von der SS geraubten Kunstschätzen des Barons Hatvany.

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