Olga Ginkul in ihrem Atelier.
Foto:   Stefan Scholl

Koselsk - Im Regal über dem Maltisch drängen sich Bücher, Stofftiere, CDs mit Musik von Bach. Pappherzchen baumeln herab, darüber hängen zwei Heiligenbilder. Als befände sich Olga Ginkuls Werkstatt in einer Art Villa Kunterbunt.

1988 wurde die tausendjährige Taufe Russlands gefeiert, die Sowjetunion und ihr Staatsatheismus gingen auf ihr Ende zu. „Im Moskauer Haus der Architekten traten Mönche aus dem Optina-Kloster auf, erzählten von ihrem Leben“, sagt Olga Ginkul und nimmt die Brille ab. Ihr Blick ist nachdenklich. Sie war Architektin, hatte einen guten Job in einem Büro, das sich mit Vorarbeiten für „Moskwa City“ beschäftigte, heute Europas höchstes Wolkenkratzerviertel. „Aber etwas fehlte.“ Damals baute Moskau noch keine babylonischen Türme, es suchte neue Wahrheiten, die sich manchmal als uralt erwiesen und auf Ikonen zu finden waren. 

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