Nicht jedes Wortungetüm wird gleich zum Unwort erklärt. Wenn es so wäre, müsste man, zumindest für einen kurzen Moment, über den Begriff Unwort selbst nachdenken. Gemeint ist damit nämlich kein Nicht-Wort, also eines, das irgendwie aus der Sprache gefallen ist. Als Unwort wird von der Darmstädter Jury, einer Gruppe aus Sprachwissenschaftlern und Publizisten, die Jahr für Jahr ein Unwort auswählt, vielmehr ein moralisch bedenklicher Sprachgebrauch bezeichnet. Ein Begriff wird in erzieherischer Absicht als schlechtes Beispiel gewählt, um das öffentliche Sprechen ein wenig besser zu machen.

Diesmal sind zwei Unwörter dabei herausgekommen. Eines hört auf den Namen „Rückführungspatenschaft“, und ich musste zunächst googlen, um zu erahnen, was gemeint sein könnte. Kritisiert wird von der Jury nicht das Wortungetüm, sondern die hinter ihm vermutete Absicht, ein problematisches ordnungspolitisches Verfahren zu kaschieren.

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