Mehr als zehn Jahre beschäftigte sich Alec MacGillis mit den Themen dieses Buches, er hat Menschen in den US-amerikanischen Bundesstaaten an den Küsten und im Zentrum dafür begleitet. In seinem letzten Kapitel über den US-Handelskonzern mit Hauptsitz in Seattle sagt er „ich“ und berichtet von der Autofahrt am Karsamstag 2020 zu seinen Eltern. Von Baltimore in Maryland, wo er für die Zeitung Baltimore Sun und das Politmagazin The New Republic arbeitet, fuhr er nach Pittsfield, Massachusetts. Die Straßen waren weitgehend leer, weil die meisten Bürger wegen der Ansteckungsgefahr mit Covid-19 zu Hause blieben. Was er aber sah, waren Lkw, die meisten gehörten zu Amazon: „Wenn die aktuelle Situation einem Krieg gegen das neuartige Coronavirus gleichkam, dann war Amazon unser Truppentransporter.“

Seine Erzählung über die Entwicklung der US-amerikanischen Gesellschaft anhand ihrer Städte und deren Bewohner liest sich mal wie ein guter Wirtschaftskrimi, mal wie ein zu Herzen gehender Roman aus der Wirklichkeit. MacGillis hat als Schriftsteller alle Tugenden des Reporters, er kann mit einem Spannungsbogen und eindrücklichen Bildern schreiben, dabei untermauert er jedes Faktum mit Recherche, nennt die Quellen dazu in den Anmerkungen. „Ausgeliefert. Amerika im Griff von Amazon“ heißt sein Buch, das am 16. März im Original und schon jetzt auf Deutsch herausgekommen ist.

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