Kurz vor seinem Tod im Frühjahr 1977 beschlich die große Legende des deutschen Sports, den charismatischen Fußballlehrer Josef Herberger, eine Spur von Kulturpessimismus. „Mit dem Fußball“, sinnierte der 80-Jährige, „geht es wahrscheinlich dem Ende zu“. So habe es auch im alten Rom angefangen. „Die Zeichen des Verfalls sind nicht zu übersehen.“ Dem schlauen Mann aus Hohensachsen war nicht entgangen, dass der moderne Fußball nur noch wenig mit jenem Gemeinschaftsempfinden zu tun hatte, aus dem heraus er seine „Männer“ um Fritz Walter 1954 in der Schweiz zum Gewinn der Fußballweltmeisterschaft geführt hatte, der seither als symbolisches Gründungsereignis der jungen Bundesrepublik gilt.

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