Der Berliner Philosoph und Historiker Michael Andrick erhält den Jürgen-Moll-Preis. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird für verständliche Wissenschaft von der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache am Welttag der Muttersprache vergeben. Andrick, der für die Berliner Zeitung alle vier Woche eine philosophische Kolumne schreibt, ist mit seinem Buch „Erfolgsleere – Philosophie für die Arbeitswelt“ (2020) bekannt geworden. Es stellt Begriffe wie Erfolg, Ehrgeiz, Karriere, Führung und Professionalität kritisch in neue, unkonventionelle Zusammenhänge.

Zur Begründung sagte Sebastian Moll, Vorstandsmitglied der Theo-Münch-Stiftung: „Wissenschaft hat die Aufgabe, die großen und prinzipiellen Fragen unserer Zeit anzugehen. Tut sie dies, gerät sie leider oft in Gefahr, den Leser, auch den interessierten, zu verlieren, weil sie in eine komplizierte und unverständliche Akademikersprache abschweift.“ Michael Andrick gelinge das Kunststück, die der Wissenschaft gestellte Aufgabe wahrzunehmen, ohne in die genannte Falle zu tappen, und leiste so der Gesellschaft einen wertvollen Dienst.

Der Jürgen-Moll-Preis ist nach dem deutschen Unternehmer Jürgen Moll (1941-2013) benannt. Nach dessen überraschendem Tod rief der Sohn des Verstorbenen, Sebastian Moll, den Preis ins Leben, um ein Anliegen seines Vaters weiterzuführen: die Förderung verständlicher Sprache in der Wissenschaft. Der Preis wird seit 2013 vergeben.