Wer ihm verlässlich begegnen wollte, konnte ihn Jahr für Jahr an einem Donnerstag im Oktober in der Frankfurter Hedderichstraße finden, an eine Hauswand gelehnt, ins Gespräch vertieft. Zum traditionellen Buchmessenempfang des Fischer-Verlags zog es ihn meist nach draußen in den Innenhof des schmucklosen Verlagsgebäudes. Hier traf Walter Pehle auf Autoren, Kollegen und Journalisten, für einen sachlich-enthusiastischen Lektor und Historiker wie ihn war es eine willkommene Verlängerung des Arbeitstages, zu dem er auf Häppchen und Weingenuss auch hätte verzichten können.

Walter Pehle sprach wenig, lieber hörte er zu. In zurückhaltender Beharrlichkeit hat er über viele Jahrzehnte ein wissenschaftlich-publizistisches Werk gestaltet, das für die innere Verfasstheit des bundesrepublikanischen Bewusstseins von großer Bedeutung war und ist. Der Titel der Buchreihe „Die Zeit des Nationalsozialismus“ kam unaufgeregt und in schlichter Aufmachung daher, die sogenannte Schwarze Reihe wurde zu einem Standardformat der historischen Aufarbeitung, von der der Zeit-Journalist Volker Ulrich sagte, sie wirke als mächtiger Sperrriegel gegen das Vergessen und Verdrängen.

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