Berlin - In den vergangenen Tagen schien es so, als hätten sich gut vier Dutzend Schauspielerinnen und Schauspieler darum beworben, allen anderen das gute Gefühl geben zu dürfen, auf der richtigen Seite zu stehen. Es war ein Leichtes, der Videoaktion #allesdichtmachen Naivität, Kurzsichtigkeit und Selbstreferenzialität, sogar Zynismus und einen Mangel an Empathie vorzuwerfen. Und wer sich die Mühe machte, in die Einzelkritik zu gehen, mochte zu keinem milderen Ergebnis kommen. Einige der Teilnehmer gestanden ihr Fehlverhalten schließlich sogar selbst ein. Scham. Rückzug. Es war nicht so gemeint.

Dabei offenbarte die Aktion ein Dilemma, das es nicht erst gibt, seit ein paar Schauspieler ihrem Unbehagen Ausdruck verliehen haben, seit über einem Jahr mehr oder weniger untätig sein zu müssen. Die Corona-Pandemie hat einen Freiheitsentzug mit sich gebracht, zu dessen schlimmsten Nebenwirkungen es gehört, ihn als Vorwurf nicht ohne Weiteres adressieren zu können.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.