Laut einer Meinungsumfrage von 2017 sind rund drei Viertel der Französinnen und Franzosen für eine bessere Sichtbarkeit von Frauen in der Sprache. Dass im selben Jahr ein Schulbuch für die dritte Klasse erschien, das den Versuch wagte, gendergerecht zu formulieren – in Frankreich spricht man von écriture inclusive – könnte man als folgerichtig begreifen. Ein Satz aus dem Schulbuch lautete etwa: „Grâce aux agriculteur.rice.s, aux artisan.e.s et aux commerçant.e.s, la Gaule était un pays riche“, also: „Dank der Landwirte und Landwirtinnen, der HandwerkerInnen und HändlerInnen war Gallien ein wohlhabendes Land.“ Stattdessen rief dieser Vorstoß monatelange Entrüstung in der Öffentlichkeit hervor. Allen voran wetterte die Académie française gegen diesen „inklusiven Irrweg“ („aberration inclusive“) und nannte ihn eine tödliche Gefahr für die Nationalsprache.

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